Kontakt: tschernobyl@franziskalange.com
Dieses Projekt ist ein künstlerisch-dokumentarisches Vorhaben. Es erhebt keinen Anspruch auf wissenschaftliche Beweisführung und stellt keine investigative Recherche im klassischen journalistischen Sinne dar. Es werden keine systematisch erhobenen oder verifizierten Datensätze im wissenschaftlichen Kontext generiert. Es werden keine Behauptungen aufgestellt oder kausalen Zusammenhänge suggeriert, die sich nicht belegen lassen.
„Danke Tschernobyl“ ist keine klassische fotojournalistische Reportage, sondern ein dokumentarischer Foto-Essay. Als fortlaufende Sammlung fotografischer Materialien erzählt das Projekt persönliche Geschichten und biografische Fragmente. Es macht ähnliche gesundheitliche Erfahrungen und mögliche subjektive Parallelen sichtbar. Ziel ist es, einen visuellen Raum und eine Gemeinschaft zu schaffen, in der Betroffene sich selbst und einander begegnen können.
Alle Beiträge werden freiwillig zur Verfügung gestellt. Teilnehmende entscheiden selbst über Umfang, Form und Grad der Anonymisierung ihrer Mitwirkung.
Bist du oder kennst du eine Person die 1986/87 kurz nach der Tschernobyl Katastrophe geboren wurde? Hast du ein komisches Gesundheitsproblem, eine Behinderung oder andere körperliche Anomalie, die niemand erklären kann?
Ich auch. Und ich suche dich.
Von Geburt an lebe ich mit einer Wirbelsäulen-Anomalie. Mir fehlen zwei Wirbel, drei sind miteinander verwachsen und haben ein Loch. So sieht es innen aus:
Cool oder? Gar nicht cool sind chronische Schmerzen und endlose, teure Behandlungen die alle nichts bringen, weil es nie keine richtige Diagnose gab, sondern immer nur diese eine Theorie: "Vielleicht bist du ein Tschernobyl-Kind" ... Und wenn das stimmt – dann KANN ich nicht allein sein.
Besonders in Ostdeutschland wurde über die Gefahren des radioaktiven Regens nach der Reaktor-Katastrophe geschwiegen. Schwangere Frauen – unsere Mütter – wussten damals nicht, dass Nahrungsmittel aus der Natur verseucht waren. Fun fact: Noch heute wird davon abgeraten, während der Schwangerschaft Pilze aus dem Wald zu essen ...
Meiner bisherigen Recherche nach sind wir wahrscheinlich VIELE. Wir wissen es nur noch nicht, weil uns nie jemand zusammengebracht hat. Und genau dafür gibt es dieses Projekt: Danke Tschernobyl.
Am 26. April 2026 jährt sich die Reaktorkatastrophe zum 40. Mal. Und hier und jetzt können wir die sozialen Medien nutzen, um uns zu finden und sichtbar zu werden. Auch für unsere Eltern. Und besonders in Zeiten wie diesen.
Also: Wer und wo bist du und was ist deine Geschichte? Schick mir Fotos, Videos, oder was auch immer du bereit bist zu teilen – gern auch anonym. Ich habe keine Ahnung, wohin uns dieses Projekt führt ... Ich glaube es wird ziemlich spannend. Lasst uns erstmal damit anfangen rauszufinden, wie viele wir überhaupt sind.
Melde dich bei mir oder schicke das Aufruf-Video weiter (HIER ist der Youtube-Link), folge dem Instagram-Account und auch jedes Like, Kommi oder Abspeichern ist eine top Unterstützung für das Projekt. Vielleicht kennst du sogar Menschen die damals im Gesundheitswesen gearbeitet haben – dann frag sie bitte, was sie darüber wissen.
Mir verlangt das hier wirklich viel Mut ab, deshalb vielen Dank von ganzem Herzen für deine Aufmerksamkeit und Hilfe. Ich freu mich auf euch!
WENN DU DICH ANGESPROCHEN FÜHLST ...
... ist hier eine kleine Orientierung, was du in deiner ersten Nachricht schreiben kannst. Du kannst so viel oder so wenig beantworten, wie du möchtest – die folgenden Punkte dienen nur als Richtlinie. Wenn dir gerade nur nach 3 Sätzen zumute ist, ist das völlig in Ordnung :) Melde dich einfach und wir schauen weiter.
1. Grunddaten (zur Einordnung): In welchem Jahr wurdest du geboren? Wo (Stadt/Region/Bundesland) bist du geboren?
2. Körper / Gesundheit: Welche gesundheitliche Besonderheit, offizielle Diagnose, chronische Erkrankung, Behinderung oder andere körperliche Auffälligkeit / Anomalie hast du? Seit wann besteht diese (seit Geburt / später entstanden)? Wurde dafür jemals eine medizinische Erklärung gefunden? Hast du in deinem medizinischen Kontext schon einmal den Begriff "Tschernobyl" gehört?
3. Erfahrungen: Wie beeinflusst das deinen Alltag oder dein Leben?
4. Familie / Umfeld: Weißt du etwas über die Lebensumstände deiner Eltern während der Zeit um 1986? (z. B. Wohnort, Ernährung, Arbeit etc.)
5. Eigene Gedanken: Hast du selbst Vermutungen oder Fragen zu möglichen Ursachen? Wie erklärst du dir, was passiert ist?
6. Material für das Projekt: Wärst du bereit, fotografisch porträtiert zu werden oder Material (Fotos, Dokumente, Scans) zu teilen? Du kannst dich auch selbst fotografieren.
7. Möchtest du anonym bleiben oder mit Namen genannt werden?
8. Weiteres: Gibt es noch etwas, das du erzählen möchtest? Warum machst du bei dem Projekt mit? Was möchtest du anderen Menschen, denen es ähnlich geht, sagen?
Vielen Dank für deine Offenheit, Ehrlichkeit und Teilnahme. Du bist sehr mutig! Und vielleicht inspiriert oder motiviert das, was du beizutragen hast, andere Menschen, denen es ähnlich geht.
Anstatt klare Antworten auf unsere Fragen zu finden, liegt die eigentliche Antwort vielleicht eher in der Ähnlichkeit unserer Fragen.
Liebst,
Franziska